Missbrauch von Lebensmitteln bei den „Tafeln“?

Die MitarbeiterInnen der Tafeln überall in Deutschland werden immer wieder einmal darauf angesprochen, dass ausgegebene Lebensmittel missbräuchlich verwendet werden - so auch bei der Weißenburger Tafel.

Dabei geht es vor allem um drei Vorwürfe:
1. Es erhalten Menschen Leistungen, die nicht bedürftig sind.
2. Lebensmittel landen bereits auf dem Heimweg von der Tafel im Müll.
3. Es wird mit Lebensmitteln Handel getrieben, d.h. sie werden weiterverkauft.

Es ist den Tafeln bekannt, dass Missbrauch in sehr geringem Umfang betrieben wird.
Es wäre jedoch völlig übertrieben und geradezu unverantwortlich, wenn wegen weniger „schwarzer Schafe“ alles kaputt gehen würde, was die Tafeln aufgebaut haben.
Die ehrlichen Bedürftigen wären die Verlierer.

Folgen des Missbrauchs

Werden Personen, auf die einer der Vorwürfe zutrifft, namentlich bekannt, so wird ihnen der Ausweis entzogen und sie erhalten künftig keinerlei Leistungen mehr.

Zu Vorwurf 1 - Es erhalten Menschen Leistungen, die nicht bedürftig sind:
Die Bedürftigkeit wird nicht von der Tafel selbst, sondern von Caritas und Diakonie geprüft und festgestellt. Hierzu müssen Einkommens- und Vermögensnachweise vorgelegt werden. Wenn jemand vorsätzlich falsche Angaben macht oder eine Änderung seiner Einkommensverhältnisse (z.B. bei Arbeitsaufnahme) nicht meldet, kann er evtl. zu Unrecht Leistungen beziehen.

Zu Vorwurf 2 - Lebensmittel landen bereits auf dem Heimweg von der Tafel im Müll
Bei der Lebensmittel-Ausgabe geben sich die MitarbeiterIinnen die größte Mühe, nur Ware auszugeben,
die vom Kunden auch gewünscht wird. Es ist in der Vergangenheit passiert, dass Kunden alles genommen haben, was ihnen angeboten wurde, weil sie befürchtet haben, sonst andere Dinge nicht zu bekommen. Dieses Problem scheint inzwischen gelöst, wir haben seit längerer Zeit keine derartigen Hinweise mehr bekommen.

Zu Vorwurf 3 - Es wird mit Lebensmitteln Handel getrieben, d.h. sie werden weiterverkauft
Es ist 1(!) Fall bekannt, bei dem ein Kunde Lebensmittel gegen Alkohol, den die Tafel grundsätzlich nicht ausgibt, eingetauscht hat. Nach einem vergeblichem Gespräch mit dem Kunden wurde ihm der Ausweis entzogen. In der Konsequenz dieses Falles wurde an alle Kunden ein mehrsprachiger Handzettel ausgegeben, der nochmals eindringlich auf das Verbot des Tausches bzw. Weiterverkaufes hinweist.

Unser Fazit

In unserer Gesellschaft ist Egoismus bis hin zum Betrug leider sehr häufig anzutreffen. Das beginnt „ganz oben“ und es wäre blauäugig zu glauben, dass es ausgerechnet in der Gruppe der Bedürftigen diesen betrügerischen Egoismus nicht gäbe.
Aber:
Die meisten Tafelkunden sind ehrlich und zu Recht als bedürftig eingestuft. Mit einer kleinen Gruppe Unehrlicher müssen und können wir leben. Und wenn sie erwischt werden, müssen sie auch die Konsequenzen ziehen.